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Tipps für Selbermacher

Thema BesucherumfeldStyle Sheets oder Tabellenschachteln?

Bis vor ein paar Jahren war die Welt der Gestalter einfach und übersichtlich. Besser gesagt, es gab keine alternativen Vorgehensweisen; um vollkommene Kontrolle über die räumliche Aufteilung von Webseiten zu haben, gab es nur ein Mittel: Tabellen im Zusammenspiel mit Abstandshaltern.

Um die horizontale Aufteilung von Webseiten festzulegen, definierte man Tabellenspalten; um vertikale Abstände zu kontrollieren, fügte man Tabellenzeilen ein. Abstände wurden sowohl waagrecht als auch senkrecht mittels winziger, transparenter Grafiken erzwungen, die einzelne Zellen der Tabellenstruktur über WIDTH- und HEIGHT-Attribute des IMG-Tags genau auf das gewünschte Maß spreizten.

Mit dieser Technik konnten Webseiten gestaltet werden, die aufs Pixel genau den Vorstellungen der Kreativen entsprachen.

Die Nachteile der Tabellenlayouts sind offensichtlich: Wer komplex aufgebaute Webseiten gestaltet, schafft dabei eine kaum mehr zu überschauende Schachtelungstiefe in seiner Tabellenstruktur. Um Raum zu schaffen, werden oft mehrere Felder über Spalten und Zeilen hinweg zusammengelegt; um Details unterzubringen, werden kleinzellige Tabellen in großflächigere integriert.

Wer derartigen HTML-Code warten muss, verzweifelt recht schnell, vor allem dann, wenn die Seite ursprünglich nicht von ihm selbst stammt. Darüber hinaus entstehen durch den aufwändigen Code, den Tabellen erfordern, Dateigrößen, die dem tatsächlichen Inhalt in keiner Weise mehr entsprechen. Und wer sich nur einmal eine solche Seite von einem Sprachbrowser für Sehbehinderte hat vorlesen lassen, zweifelt unweigerlich an der geistigen Gesundheit des Autors.

Doch auch heute arbeiten viele Designer noch mit Tabellen und »Blind GIFs«, wenn sie ihre Kreationen in Code umsetzen. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Tabellen werden von allen Browsern, in alten und in neuen Versionen, genau wie geplant dargestellt. Es kommt nicht vor, dass Netscape, Mozilla, Internet Explorer und Opera vier verschiedene Ansichten einer Seite produzieren. Tabellen sind derartig elementar, dass sie überall einheitlich erscheinen.

State of the art

Die Alternative zu den Tabellen heißt »Cascading Style Sheets«, kurz CSS. Vereinfachend gesagt teilt man beim Einsatz von CSS den Code in zwei Teile: Der Inhalt einer Webseite wird in einer relativ simpel strukturierten Datei eingetragen. Text und Bilder werden in ihrer logischen Reihenfolge nacheinander untergebracht. Danach gliedert man die Inhalte dadurch, dass man Sie zum Beispiel mit DIV-Tags zu logischen Blöcken zusammenfasst.

Im zweiten Teil der Arbeit, werden die erwähneten Style Sheets erstellt. In diesen Dateien definiert man für alle Elemente der Seite ihre Position auf dem Bildschirm, ihr Erscheinungsbild durch Farbe, Schriftart und -größe, sowie durch weitere Detailbeschreibungen. Die Syntax der Style Sheets ist äußerst umfangreich und erlaubt zahllose, teilweise unglaubliche Effekte.

Eines der Hauptargumente für CSS besteht in der Trennung von Inhalt und Darstellung. Der Inhalt kann von allen Systemen, also auch von den bereits erwähnten Browsern mit Sprachausgabe, oder von Suchrobotern einfach und zielgerichtet erfasst werden. Die Dateigröße entspricht dem Inhalt. Die Darstellung steht separat zur Verfügung und kann bei einem Wechsel des Layouts rasch und problemlos geändert werden.

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Nachteile der Style Sheets

Bei allen theoretischen Vorteilen wartet aber auch die Gestaltung über Style Sheets mit Problemen auf. Zwar sind die Sprachelemente von CSS und ihre Auswirkungen genau beschrieben und standardisiert. Aber die Hersteller von Browser-Software unterstützen sie bis zum heutigen Tag nicht vollständig und vor allen Dingen nicht einheitlich.

Das bedeutet, dass Seiten im CSS-Layout von fast allen Browsern und darüber hinaus in deren verschiedenen Versionen vollkommen unterschiedlich dargestellt werden. In der Konsequenz stricken Gestalter also tatsächlich für verschiedene Browser auch einzelne Style Sheets. Für ältere Browser, etwa den berüchtigten Netscape 4, grenzt dieses Unterfangen an ein Ding der Unmöglichkeit.

Außerdem gehen beim Einsatz mehrerer Style Sheets die Vorteile im Aufwand gegenüber Tabellenlayout zumindest teilweise wieder verloren. – Kein Zuckerbrot ohne Peitsche!

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Was also tun?

Unser Fazit: Wenn ein Kunde besonderen Wert auf vollkommene Gleichförmigkeit im Erscheinungsbild seiner Seiten legt, egal welche Umgebungsbedingungen der Besucher erfüllt, kommen wir um Tabellen nicht umhin.

Wir selbst halten uns aber eigentlich lieber an die Style Sheets. Auch diese Website basiert ausschließlich auf CSS. Dafür nehmen wir in Kauf, dass besonders Nutzer veralteter Software unsere Gestaltung nicht angezeigt bekommt. Wer sich dafür interessiert, wie unsere Seiten etwa unter Netscape 4 aussehen – wenn er diesen Browser nicht gar selbst nutzt –, kann sich gerne einmal unsere Inhalte ohne Style Sheets ansehen: skip CSS!