Tipps für Selbermacher
Javascript Todsünden
Javascript ist eine Programmiersprache, die in HTML-Dateien eingebettet werden kann. Beim Laden einer Seite mit Javascript-Elementen werden diese von einem speziellen Teil des Browsers interpretiert und ausgeführt. Man kann mit Javascript eine ganze Menge Nützliches anstellen, auf der anderen Seite aber seine Besucher im wahrsten Sinn des Wortes terrorisieren.
Glauben Sie mir: durch inflationären Einsatz von Javascripten überzeugen Sie Ihre Besucher nicht von Ihren Qualitäten als Webdesigner. Im Gegenteil, Sie verhindern damit erfolgreich, dass jemand wiederkommt, wenn er einmal unter Ihren Exzessen gelitten hat.
Die fünf ultimativen Javascript Gebote:
1 — Terrorisieren Sie ihre Besucher nicht mit Fenstern, die sich ohne deren ausdrücklichen Willen öffnen.
Die sogenannten Popup-Fenster sind sehr beliebt. Allerdings nur bei Gestaltern von Webseiten. Besucher reagieren immer allergischer auf die Belästigung durch kleine oder größere Fensterchen, die automatisch erscheinen, sobald eine bestimmte Seite besucht wird. Manchmal öffnen sich die Fenster auch erst dann, wenn man mit dem Mauszeiger über bestimmte Bereiche einer Webseite fährt, oder in dem Moment, wo man die Seite verlassen möchte. In krassen Fällen, die besonders gerne von manchen Anbietern pornografischer Webseiten betrieben werden, öffnen sich kaskadenartig mehrere Zusatzfenster, die ihrerseits weitere Fenster erzeugen. Aus einer solchen Lawine kann man sich nicht mehr befreien, wenn man Javascript nicht ausschaltet.
Lassen Sie das. Fenster können sich öffnen, wenn der Besucher irgendwo klickt. Ansonsten bleiben sie zu. Ohnehin verfügen Browser der neueren Generation über die Möglichkeit, Popups auf Wunsch zu unterdrücken.
2 — Verschonen Sie Ihre Besucher vor allgemeiner Information, die nichts mit Ihrer Seite zu tun hat.
Natürlich kann man mit Javascript die Uhrzeit, Datum, Verweildauer des Besuchers auf Ihrer Seite, sein Betriebssystem, den Browser, den er benutzt, und jede Menge anderer Details in eine Webseite einbauen. Die Wenigsten, die bei Ihnen landen, werden dies allerdings wissen wollen. Wem nicht klar ist, dass heute Dienstag ist, der wird diese Information nicht auf Ihrer Homepage suchen.
Wer solche Spielereien einbaut, dokumentiert damit nicht Kompetenz, sondern sein Unvermögen, beim Thema zu bleiben.
3 — Lassen Sie die Statuszeile des Browsers in Ruhe.
Es gibt Seiten, die nach dem Laden in der Statuszeile ganze Romane abspulen: Newsticker im Unterrand des Browserfensters! Abgesehen davon, dass das sowieso niemand liest, nervt es auch noch durch die ständige Bewegung außerhalb der Seite und lekt Ihre Besucher ab. Weit verbreitet ist auch die Sitte, die Adressen (URLs) zu verstecken, die sich hinter den Links verbergen und normalerweise in der Statuszeile erscheinen, wenn der Mauszeiger über dem Link liegt. Statt dem URL erscheint dann ein Textfragment, etwa »Zu meinem Gästebuch«. Wer oft im Internet surft, will sehen, wo er nach einem Klick landen wird.
Stehlen Sie Ihren Besuchern diese Information nicht.
4 — Belästigen Sie Ihre Besucher nicht mit neugieriger Fragerei in Dialogboxen.
Manche Webmaster überraschen ihre Gäste gleich auf der Homepage mit einer Dialogbox, in der diese zum Beispiel nach ihrem Namen gefragt werden. Beantwortet man die Frage mit einer beliebigen Texteingabe, so wird man im Anschluss sogleich mit einem »Herzlich willkommen, liebe(r) ölkjöhsafd« begrüßt. Ob er im Netz persönliche Daten angeben möchte oder nicht, sollte jedem Surfer selbst überlassen bleiben.
Gängeln Sie Ihre Besuchern nicht, zwingen Sie sie nicht zu irgendwelchen Outings.
5 — Schonen Sie Nerven und Augenlicht Ihrer Besucher.
Die Hintergrundfarbe von Webseiten kann mit Javascript dynamisch verändert werden. Dieser Effekt kann zum Komfort des Betrachter eingesetzt werden, indem man ihm zum Beispiel die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten gibt, aus denen er sich seine Liebligsfarbe aussuchen kann. Auf jeden Fall verzichten sollten Sie dagegen auf automatische, nicht von Ihren Besuchern steuerbare Änderungen. Es gibt Seiten, auf denen sich im Hintergrund die schrillsten Farborgien abspielen, während der Betrachter vergeblich versucht, die Inhalte aufzunehmen.
Bombardieren Sie Ihre Besucher nicht mit der geballten Kraft von Farbgranaten. Das Internet ist keine Diskothek.




